Jul 30 2008

Bike-O-Mat

Vergangenen Sonntag war es also soweit: der Firmen-Triathlon (drei Disziplinen per Kollegen-Staffel) stand an und ich habe mein erstes Radrennen überhaupt absolviert. Dank der großzügigen Leihgabe eines Freunds hatte ich sogar ein richtig schickes Gerät unterm Hintern – ein zwar schon etwas älteres Modell, dennoch ein toller Hingucker, denn den – vermutlich handlackierten – Colnago-Carbon-Rahmen sieht man nicht so häufig. Bei Google konnte ich nicht einmal ein Bild davon finden. Es ist mit hochwertigen Campagnolo-Komponenten ausgestattet, bei denen die Schalthebel im Bremshebel integriert sind – diesen Luxus will ich mir auch unbedingt gönnen, sollte ich mir mal ein eigenes Rennrad besorgen.

Ein weiterer Teil meiner Ausstattung, den ich erwähnen möchte, ist das Trikot, das ich für unser Team designt habe. Ich habe dafür das Open Source-Vektorgrafik-Programm Inkscape verwendet und die Grafiken bei Shirtinator zum Druck gegeben. Bisher habe ich selbstgemachte Shirts über Spreadshirt fertigen lassen, aber dort gibt es kein Funktionsshirt, das man mit Digitaldruck bedrucken lassen kann. Shirtinator hat einwandfreie Ware abgeliefert, der Bestellvorgang war online beobachtbar und die Firma sitzt in München, drei Gründe, meine nächste Bestellung wieder dort zu machen. Schade ist nur, dass das Funktionsshirt zum Rennradeln nicht geeignet ist – es ist recht weit geschnitten.

Das Rennen selbst verlief ruhig, was daran lag, dass ich relativ lange alleine unterwegs war – mein Teamkollege beim Schwimmen hat sich leider nicht ausreichend aufgewärmt, ist nicht in seinen Rhythmus gekommen und daher erst am Ende des Felds aus dem Wasser gestiegen. Ich konnte ohne einen Windschattenpartner nicht auf die Gruppen vor mir aufschließen und musste mich von einem zurückgefallenen Radler zum nächsten hangeln. Auch die Gegenwindpassagen waren dadurch sehr anstrengend und haben mich weiter zurückgeworfen. Dennoch bin ich stolz, die 40 Kilometer in einer Stunde und sechzehneinhalb Minuten absolviert zu haben, was deutlich unter der von mir erhofften 1:20er Zeit war. Ich konnte so immerhin 15 Plätze gutmachen. Trotzdem hat es nicht gereicht, um uns in der Wertung noch auf einen mittleren Platz zu bugsieren – wir sind nur 117. von 148 Teams geworden, in der reinen Männerwertung sogar nur 74. von 84. Viel Steigerungspotential für nächstes Jahr…

Nach dem Rennen habe ich aber gleich gemerkt, dass es mit meiner Kondition nicht weit her ist: ich habe bestimmt 10 Minuten gebraucht, bis sich Puls und Atmung wieder auf eine normale Frequenz eingependelt haben. Zuvor hatte ich mein Herz so bei 170 bis 175 Schlägen pro Minute arbeiten lassen, bei Überholvorgängen und den Versuchen, an eine überholende Gruppe aufzuschließen, bis auf über 190, sprich bis zum Maximalmpuls. Und bis heute mittag hatte ich noch eine Muskelverhärtung in den Waden, ein deutliches Zeichen für die Überlastung.

Das Dahinrollen im Wettkampf mit Ideallinie und Windschatten suchen war sehr reizvoll, hat mich ein wenig an meine alte Computerspiel-Leidenschaft ‚Live For Speed‘ erinnert und mein Interesse am Rennradeln geweckt. Erstmal werde ich mich aber mit Touren auf meinem Fitnessbike begnügen müssen, ein sinnvolles Budget fürs Rennrad fehlt mir noch.

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Jun 23 2008

Aller Anfang is schwer

Und der des Aufbautrainings ist immerhin schon mal geschafft. Das Training am Mittwoch war gar nicht so schlimm, es hat mich an den Sportunterricht in der Schule, oder an Fußballtraining erinnert. Ein kurzer Aufwärmlauf, ausgiebiges Dehnen, noch ein kurzer Lauf, dann Koordinations- und Bewegungsübungen – das sogenannte „Lauf-ABC“ wie Skipping, Anfersen, Hoppserlauf, Überkreuzen usw. – und ein Abschlußlauf haben die 90 Minuten schnell vergehen lassen. Fabi und ich waren glaube ich die jüngsten Teilnehmer, Marathon als Volkssport scheint wohl eher die ältere Generation anzusprechen, oder die traut sich eher, im Rahmen einer Gruppe zu trainieren.
Am Sonntag stand der erste lange Lauf auf dem Programm, mit zwei Runden durch den Olympiapark sollten 20km abgespult werden. Leider war ich verhindert, und auch Fabi hat lieber am Triathlon in Erding teilgenommen – mit einem beeindruckenden Ergebnis!

Kopfzerbrechen bereitet mir immer noch das Sportgerät für den Firmentriathlon – ich überlege, mit meinem Crossbike an den Start zu gehen, das bin ich gewohnt und es macht mir am wenigsten Umstände. Nachteile gegenüber einem Rennrad sind die nicht ganz so windschnittige Sitzposition, die größere Reifenauflage durch etwas breitere Reifen und eine kleinere Übersetzung durch ein kleineres Kettenblatt. Letzteres macht mir weniger Sorgen, da ich bisher gar nciht schnell genug fahre, dass mir die Trittfrequenz zu hoch würde. Die Windschnittigkeit ist auch nicht so wichtig, da es ein Windschattenrennen ist – ich muss nur im Pulk bleiben. Das größte Problem wird wohl die höhere Rollreibung sein, das versuche ich mal durch neue Mäntel zu kompensieren. Ich merke schon, dass man nicht nur im Computerumfeld Spaß beim Tüfteln haben kann…

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Jun 18 2008

Walking Man statt Roadrunner

Wie es halt so läuft im Leben läuft man viel im Leben. Und ich laufe seit neuestem vermehrt zum reinen Zeitvertreib. Also nicht ganz, denn ich verfolge damit ein paar kleinere Ziele, unter anderem, meine Kondition wieder etwas aufzubauen. Hintergrund: ich wurde von meinem Chef „genötigt“ (Mobbing!), am Firmentriathlon als Radfahrer teilzunehmen. Da gehts um einen internen Wettkampf mit der Muttergesellschaft und ich darf jetzt meine Kollegen nicht enttäuschen. Bin mal gespannt, wie ich mit diesem Druck zurechtkomme, zumal ich gar kein Rennrad besitze (wenn mir da jemand am 24. Juli aushelfen könnte, wäre ich sehr dankbar!).
Und dann ist da noch das Geburtstagsgeschenk von Fabi, der mich kurzerhand zum Training für den Münchenmarathon angemeldet hat. Das Ganze wird von Sport Ruscher durchgeführt und heute nehme ich zum ersten Mal am durch Trainer begleiteten Lauf teil. Davor graust mir auch schon, denn ich vermute, da sind konditionell ganz andere Kaliber am Start.
Einen ersten Testlauf mit ambitioniertem Tempo habe ich am Samstag absolviert, der ziemlich ernüchternd war: für mehr als 4,5 Kilometer hab ich keine Luft, und ich brauche trotzdem eine knappe halbe Stunde. Jetzt ist also intensives Aufbautraining angesagt.

Meßwerte auf der Strecke kann ich mir zwar nicht über den iPod ansagen lassen, wie es die werten Bloggerkollegen tun, da mir schlicht ein iPod fehlt und ich in Asics laufe, aber dafür habe ich mir jetzt ein Gadget für mein Handy besorgt: mit RunGPS kann ich meine Läufe per GPS mittracken lassen und anschließend auswerten und über die Community GPS-Sport.net veröffentlichen, wenn ich mag. Das Tool ist ziemlich umfangreich, man kann beispielsweise die Laufrouten im Vorfeld planen oder die anderer Nutzer nachlaufen. Dazu kann man sich die Strecken auf einer Karte einblenden lassen, oder die Richtungsänderungen wie bei einem Auto-Navi auch ansagen lassen. Die freundliche Damenstimme kann zudem Daten wie aktuelle Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, zurückgelegte und bevorstehende Streckenlänge etc. durchgeben.
Am Samstag ist dieses Trainingsprofil herausgekommen. Das ist nicht ganz meine Stammstrecke, die ich sonst – mit gemäßigtem Tempo – absolviere, denn da geht’s noch über die Reichenbachbrücke, statt schon auf der Wittelsbacherbrücke zu wenden.

Was der vollständigen Auswertung für Zuhause noch fehlt ist die Anbindung eines Pulsmessers ans Handy, da die meisten Brustgurte nicht per Bluetooth übermitteln, aber die Pulsdaten lassen sich in RunGPS importieren, wenn man eine Pulsuhr mit PC-Auswertmöglichkeit, oder zumindest diesen Logger hat. Der steht jetzt mal auf meiner Wunschliste. Oder alternativ der Brustgurt, der gerade von meiner Krankenkasse intensiv beworben wird.

Aber dass hier kein falscher Eindruck entsteht: ich bin keineswegs ein überaus ambitionierter Läufer, sondern einfach nur ein Gadget-Freak.

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