Jun 18 2008

Walking Man statt Roadrunner

Wie es halt so läuft im Leben läuft man viel im Leben. Und ich laufe seit neuestem vermehrt zum reinen Zeitvertreib. Also nicht ganz, denn ich verfolge damit ein paar kleinere Ziele, unter anderem, meine Kondition wieder etwas aufzubauen. Hintergrund: ich wurde von meinem Chef “genötigt” (Mobbing!), am Firmentriathlon als Radfahrer teilzunehmen. Da gehts um einen internen Wettkampf mit der Muttergesellschaft und ich darf jetzt meine Kollegen nicht enttäuschen. Bin mal gespannt, wie ich mit diesem Druck zurechtkomme, zumal ich gar kein Rennrad besitze (wenn mir da jemand am 24. Juli aushelfen könnte, wäre ich sehr dankbar!).
Und dann ist da noch das Geburtstagsgeschenk von Fabi, der mich kurzerhand zum Training für den Münchenmarathon angemeldet hat. Das Ganze wird von Sport Ruscher durchgeführt und heute nehme ich zum ersten Mal am durch Trainer begleiteten Lauf teil. Davor graust mir auch schon, denn ich vermute, da sind konditionell ganz andere Kaliber am Start.
Einen ersten Testlauf mit ambitioniertem Tempo habe ich am Samstag absolviert, der ziemlich ernüchternd war: für mehr als 4,5 Kilometer hab ich keine Luft, und ich brauche trotzdem eine knappe halbe Stunde. Jetzt ist also intensives Aufbautraining angesagt.

Meßwerte auf der Strecke kann ich mir zwar nicht über den iPod ansagen lassen, wie es die werten Bloggerkollegen tun, da mir schlicht ein iPod fehlt und ich in Asics laufe, aber dafür habe ich mir jetzt ein Gadget für mein Handy besorgt: mit RunGPS kann ich meine Läufe per GPS mittracken lassen und anschließend auswerten und über die Community GPS-Sport.net veröffentlichen, wenn ich mag. Das Tool ist ziemlich umfangreich, man kann beispielsweise die Laufrouten im Vorfeld planen oder die anderer Nutzer nachlaufen. Dazu kann man sich die Strecken auf einer Karte einblenden lassen, oder die Richtungsänderungen wie bei einem Auto-Navi auch ansagen lassen. Die freundliche Damenstimme kann zudem Daten wie aktuelle Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, zurückgelegte und bevorstehende Streckenlänge etc. durchgeben.
Am Samstag ist dieses Trainingsprofil herausgekommen. Das ist nicht ganz meine Stammstrecke, die ich sonst – mit gemäßigtem Tempo – absolviere, denn da geht’s noch über die Reichenbachbrücke, statt schon auf der Wittelsbacherbrücke zu wenden.

Was der vollständigen Auswertung für Zuhause noch fehlt ist die Anbindung eines Pulsmessers ans Handy, da die meisten Brustgurte nicht per Bluetooth übermitteln, aber die Pulsdaten lassen sich in RunGPS importieren, wenn man eine Pulsuhr mit PC-Auswertmöglichkeit, oder zumindest diesen Logger hat. Der steht jetzt mal auf meiner Wunschliste. Oder alternativ der Brustgurt, der gerade von meiner Krankenkasse intensiv beworben wird.

Aber dass hier kein falscher Eindruck entsteht: ich bin keineswegs ein überaus ambitionierter Läufer, sondern einfach nur ein Gadget-Freak.


Jun 18 2008

Browser-Upgrade

Heute ist also die neue Version 3.0 von meinem favorisierten Browser Mozilla Firefox erschienen.
Get Firefox

Sie läßt sich problemlos über eine alte Version installieren und man behält so alle Einstellungen und Addons. Leider sind nicht alle Addons, die ich jetzt auch schon vor einem Jahr mal vorgestellt habe, kompatibel mit v3, z.B. die beiden Erweiterungen zur optisch aufgehübschten Quelltextansicht. Ich habe mich ein wenig nach Alternativen umgesehen und bin dabei auf ein paar andere interessante Plugins gestoßen, die ich derzeit ausprobiere. Und ein paar Extensions sind schon länger im Einsatz, aber hier noch nicht erwähnt, was hiermit nachgeholt ist.

  • Faviconize Tab: Verkleinert einen Tab auf seinen Favicon.
  • Flagfox: Zeigt den Standort des Webservers an.
  • FireShot: Screenshooter, gefällt mir besser als Screengrab!
  • Google Notebook: Das Google Notizbuch ständig verfügbar haben. Praktisch: über das Kontextmenü des Statusbar-Icons den Button aktivieren und Markierungen können noch leicher übernommen werden.
  • Greasemonkey: Ein Tool zum Manipulieren von angezeigten Websites über eigene Javascripte. Das Repository enthält einige nützliche Skripte z.B. für GMail.
  • Sxipper: Ein Ersatz für den Firefox-eigenen Passwort-Manager und Formular-Helfer. Die Passwörter werden lokal und verschlüsselt gespeichert, aber es werden leider Nutzungsdaten erhoben, was mir ein bißchen Buchschmerzen bereitet. Kann auch die Passwörter z.B. aus RoboForm importieren.

Der Browser ist richtig schön schnell, angeblich mehr als doppelt so schnell wie der Vorgänger. Aufgefallen ist mir, dass bei den Google-Suchergebnissen keine Links mehr direkt ohne Anklicken kopiert werden können (Kontextmenü -> Link-Adresse kopieren). Stattdessen offenbart sich eine Google-Trickserei fürs Tracking und der wahre Link landet in der Zwischenablage, scheint mir.


Apr 9 2008

Netzmeisterei

Dank dem im letzten Jahr eingeführten Elterngeld leiste ich mir derzeit den Luxus, zwei Monate nicht zur Arbeit zu gehen, sondern intensiv Zeit mit meinem Sohn zu verbringen. Da der aber immer noch etwa 13 Stunden am Tag schläft, habe ich hie und da ein paar freie Minuten, in denen ich mich endlich mal wieder den von mir freundschaftlich betreuten Internetauftritten widmen kann.

Just in dieser Zeit wurde leider die Homepage der Fachschaft Amerikanistik von einer Trackback-Spamwelle hinfortgespült: mein Provider hat zuerst kurzfristig den Datenbankzugriff verhindert und schließlich meinen Account wegen Überlastung “strafversetzt”, weshalb ich die Website erstmal offline genommen habe, bis sich die Fachschaft bei mir meldet, um Alternativen zu überlegen – falls überhaupt gewünscht. Mit der kommerziellen Forensoftware IP.Board geht es jedenfalls nicht weiter, solange die jährlichen Lizenzkosten nicht gezahlt werden und ich daher keine Sicherheitspatches mehr beziehen darf. Es gibt zum Glück kostenfreie, ganz brauchbare Alternativen, vor allem das Simple Machines Forum gefällt mir sehr gut. Ich kenne es schon über ein Jahr von meinem virtuellen Stammtisch bei Hell Is Other People.

Auch eine andere Website, die ich betreut habe, wurde heute zu Grabe getragen: 1-800-splattertainment.org hat seine Inhalte aus dem Netz genommen und harrt der Domainfreigabe. Die Leser müssen nun zwar auf die kürzesten Filmkritiken, die ich je gelesen habe, verzichten, aber Rudolf Inderst führt derweil ein eigenes Blog, neben seinen Veröffentlichungen beim Filmspiegel. Mal sehen, ob die anderen Autoren es ihm gleichtun.

In Zusammenhang mit den massiven Zugriffen auf amerikanistik.org sind mir die Logfiles des Webservers eingefallen, die ich seit Jahren brav sammle. Ich habe noch keine gute Auswert-Software für diese Logfiles ausfindig gemacht und mir heute einen kurzen Überblick über freie Analysetools verschafft. Da ich mit dem heillos veralteten Webalyzer, der mir von meinem Hoster angeboten wird, so gar nicht zufrieden bin, werde ich nun AWStats ausprobieren, das mir sehr brauchbar erscheint. Wohlgemerkt geht es um die Auswertung von Logfiles, für Live-Statistiken und dergleichen gibt es neben Google Analytics andere gute Lösungen wie beispielsweise chCounter, welches man selbst hostet.

Und schließlich suche ich derzeit auch nach einem guten Redaktionssystem (CMS) für kleinere Projekte in der Familie. Voraussetzungen: natürlich muss es bei meinem Hoster laufen können (PHP, Perl, Python, Ruby, MySQL), ich muss mich schnell einarbeiten können, einige sinnvolle Features wie Rechteverwaltung, SEO-Optimierungen und Security-Features sollten an Bord oder leicht nachrüstbar sein, es sollten barrierefreie Seiten möglich sein, und kostenlos sollte es sein.
Bisher habe ich erste Erfahrungen mit dem vielgelobten Drupal gesammelt (unter anderem bei 1-800-splattertainment), es ist mir aber zu ‘anders’ in der Bedienung – zumindest in der Version 4, weiter bin ich noch nicht gekommen. Das liegt wohl an der Ausrichtung am Taxonomie-System, was sicherlich zeitgemäß ist, mir aber doch sehr viel Umgewöhnung abverlangt.
Daher habe ich mich weiter umgesehen und bin recht häufig auf ein relativ neues Projekt namens TYPOlight gestoßen. Es ist anders als man erwarten würde keine abgespeckte Version des übermächtigen Typo3, sondern ein eigenständiges, leicht zu installierendes, leicht zu begreifendes und dennoch gut ausgestattetes Content Management System des deutschen Entwicklers Leo Feyer. Das Backend ist geradlinig, die Rechteverwaltung sehr detailliert, die Anleitung verständlich. Mein erster Eindruck ist durchweg positiv, ich werde das anstehende Projekt mal damit umsetzen und sehen, ob sich das bestätigt.
Bei der Suche bin ich auch auf andere Systeme gestoßen, die eine Erwähnung wert sind: CMS Made Simple, CMSimple, MODx, Der Dirigent und e107 können sich ebenfalls sehen lassen.

So, jetzt gehts wieder zurück zum Tüfteln und Basteln.


Nov 27 2007

Freie Software für Windows

Ich suche noch eine gut bedienbare Web-Applikation zur Verwaltung von Links / Bookmarks, bis dahin blogge ich einfach die Seiten, die ich mir merken möchte. Heute mal Links zu Programmen, die ich derzeit häufig nutze und die frei verfügbar sind.

  • PSPad – sehr guter Editor, im Prinzip ein Ultraedit-Klon, dem lediglich das gute Handling von großen Dateien fehlt. Nutze ich hauptsächlich für die Webseiten-Bearbeitung.
  • WinMerge – Tool zum Dateien vergleichen und zusammenführen.
  • JAD – Java Decompiler, falls mal die Sourcen nicht verfügbar sind. Dafür gibts dann auch ein eclipse-Plugin jadclipse.
  • IE Web Developer Toolbar – das Pendant zum Firefox-Plugin.
  • WebScarab – Proxy-Server, mit dem man HTTP(S)-Verkehr überwachen kann.
  • Wireshark – Tool zur Analyse von Netzwerk-Traffic.
  • Poderosa – eine bessere Terminal-GUI als das schon gute puTTY.
  • WinSCP – Dateitransfer-Programm für FTP und SFTP.
  • UltraVNC – den PC aus der Ferne bedienen, wenn der Windows-eigene Remote Desktop nicht funktioniert, z.B. bei Windows XP Home.
  • cygwin – Sammlung von Linux-Kommandos und -Programmen für die Nutzung in Windows. Praktisch, um einen SSH-Server aufzusetzen, rsync für Backups zu verwenden, Logfiles zu beobachten und zusammenzufassen usw.
  • TUGZip – gutes Packprogramm, das sehr viele Formate kennt und praktische Ansichten hat.
  • MS PowerToys for XP – nützliche Helferlein für XP.
  • PDFCreator – Aus jeder Anwendung PDFs über die Druckfunktion erzeugen.
  • Process Monitor – Task Manager reloaded.
  • USBLM – Laufwerks-Buchstaben-Manager für USB-Laufwerke.
  • Unlocker – Wenn sich eine Datei mal wieder nicht löschen lässt, kann man mit diesem Tool nachsehen, ob wirklich noch etwas darauf zugreift und ansonsten die Datei freigeben.
  • Yankee Clipper 3 – Erweiterung der Zwischenablage um eine Historie.
  • FreeMind – Mind Mapper.
  • Paint.NET – gutes Grafik-Bearbeitungsprogramm, bedient sich ähnlicher wie Photoshop als GIMP, daher nutze ich es lieber.
  • IrfanView – schneller Bildbetrachter für Zwischendurch.
  • Picasa – damit verwalte ich meine Fotosammlung. Interessante Alternative ist evtl. der MediaBrowser2.

Weitere Links:


Jun 28 2007

Meine aktuellen Firefox-Erweiterungen

Es ist mal wieder Zeit, meine aktuell installierten Firefox Extensions vorzustellen, nachdem ich seit dem letzten Mal einige Plugins ersetzt habe und auch neue hinzugekommen sind. In aller Kürze:


Apr 26 2007

PSP-Tuning (1): Firmware Flashing

So, hier also der erste brauchbare Artikel in der neuen Konsolenrubrik. Heute beschäftige ich mich mal mit der PSP und poste eine Anleitung, wie ich sie mit der Firmware 3.40 OE-A geflasht habe. Dazu habe ich den Update-Maker von Dark_AleX heruntergeladen, sowie die Original-Firmware 3.40 und die Original-Firmware 1.50. An dieser Stelle der obligatorische Hinweis, dass man bei diesem Vorgang seine PSP zerstören (“bricken”; in einen Ziegelstein verwandeln) kann, wenn man nicht sorgfältig vorgeht. Ich übernehme natürlich keine Gewähr, sollte die Nachahmung nicht klappen. Die Garantie wird dabei vermutlich auch verfallen. Es ist aber wirklich einfach zu bewerkstelligen.

Zuerst nacheinander die beiden EBOOT.PBP aus den Original-Firmware-Downloads entpacken und nach 340.PBP bzw. 150.PBP umbenennen, dann den Update-Maker entpacken und die beiden PBP-Dateien in das Verzeichnis oeupdmaker verschieben. Auf dem MemoryStick über den USB-Modus ca. 60MB freien Platz schaffen und anschließend die beiden Verzeichnisse oeupdmaker und oeupdmaker% auf den MemoryStick in der PSP in das Verzeichnis PSPGAME kopieren. Über das PSP-Menü “Game” -> “Memory Stick” kann man den Update Maker starten, der die beiden Firmware-Versionen auf Echtheit prüft, kombiniert und ein paar Erweiterungen hinzufügt. Nach ca. 10 Minuten liegt in dem Verzeichnis eine ca. 18MB große Datei DATA.DXAR. Nun wieder im USB-Modus die Verzeichnisse 340oeflasher und 340oeflasher% ebenfalls nach PSPGAME kopieren und die DATA.DXAR auf dem Stick in das Verzeichnis 340oeflasher verschieben.

Jetzt braucht man nur noch mindestens 75% Batterieladung und schon kann man über das PSP-Menü den Flashvorgang wie ein Spiel vom MemoryStick starten. Nach einer Sicherheitsabfrage in rosa und wenigen Minuten Wartezeit wird man aufgefordert, die PSP neu zu starten. Fertig! Die vier kopierten Verzeichnisse kann man nun einfach wieder vom MemoryStick löschen.

Eines der vielen Features der OE-A Version ist, ohne großen Aufwand die Sicherheitskopien seiner UMDs direkt aus dem PSP-Menü zu starten. Dazu muss man sie lediglich auf den MemoryStick in ein Verzeichnis namens ISO (muss im Hauptverzeichnis liegen) kopieren. Sie kann außerdem mit komprimierten ISO-Files umgehen, und zwar sowohl mit dem CSO-Format, als auch mit dem DAX-Format (stammt ebenfalls von Dark_AleX). Da die Kompression verlustfrei ist, spart man Platz, ohne Zwischensequenzen oder Hintergrundmusik entfernen (nennt sich “rippen”) zu müssen. Um meine ISO-Dateien zu komprimieren, verwende ich das einfach zu bedienende Tool YACC (Link funktioniert bei mir nur im IE). Somit kann man seine Spiele ohne UMD-Transportproblem und ohne Wechselorgie in der PSP mitführen.

Meine Empfehlungen für gute PSP-Communities sind das PSP-Forum bei Maxconsole.net und das bei QJ.net. Auf den Beiträgen dort basiert diese Anleitung, und auch Teil 2 dieser Artikelserie stützt sich auf das Know-How dieser Foren: ich werde erläutern wie man das Menü und die Icons durch ein hübscheres Theme ersetzen kann. Später folgen noch Artikel zur ISO-Erstellung, zur Video-Konvertierung und wie man die Firmware 1.50 wieder herstellt, falls man die OE-A-Version wieder loswerden will (warum auch immer).


Mai 6 2006

[[ Eddy_BAck0o ]] pOwNeD mY bOx

Am Abend des 4. Mai wurde mein Webhosting-Account “gehackt” und ein Defacement der meisten der von mir gehosteten Domains vorgenommen.

Nach meiner Untersuchung des Falls ergibt sich folgendes Bild:

Um 19:39:16 Uhr klickt der Defacer, der sich “Eddy_BAck0o” nennt, auf ein Suchergebnis auf Seite 23, nachdem er bei Google Jordanien folgenden Suchbegriff eingegeben hat: Invision Power Board +v2.1.5 inurl:"org". Er scheint des arabischen mächtig zu sein, denn die Ausgabesprache von Google ist auf arabisch eingestellt (ok, ist ja auch google.jo). Dennoch nutzte Eddy einen PC mit einem us-amerikanischen Windows XP, wie mir die Browser-Signatur seines Firefox verrät.

Seine IP-Adresse lässt sich von mir auf Anhieb nicht näher lokalisieren, sie ist direkt dem RIPE Network Coordination Centre mit Sitz in Amsterdam zugeordnet.

Der Suchbegriff lieferte ihm alle Foren mit der Invision-Software, die bei der letzten Google-Indizierung noch auf Version 2.1.5 liefen, und den URL-Bestandteil “org” haben. Darunter fiel auch das Forum von Amerikanistik.org. Dort angekommen registrierte er sich gleich mit dem Namen aaaaa unter Verwendung einer E-Mailadresse bei Hotmail.com. Anschließend klickte er auf das erste Thema unter ‘Latest Discussions’ und verfasste eine Antwort, die bestimmten Code enthielt, welchen er gleich darauf für eine SQL Injection in der Suchfunktion des Forums nutzte. Um den Beitrag zu finden, verwendete er das Stichwort “thothoeval” im Text. Der eigentliche schadhafte Code wurde in die URL der Suchergebnisseite über einen manuell hinzugefügten Parameter “lastdate” eingeschleust. Eddy editierte den Beitrag nach dieser Aktion, ersetzte ihn durch einen plakativen Kommentar bezüglich des Fachschafts-Logos (s. Link weiter oben) und verschleierte so sein Vorgehen.

Über die SQL Injection gelang es ihm, ein PHP-Skript namens “r57shell” in Version 1.23 zu installieren. Um seine Spuren zu verwischen benannte er das Skript geschickt um und legte es in einem unverdächtigen Ordner ab. Im Logfile treten nämlich ab diesem Zeitpunkt nur noch auf den ersten Blick harmlose Aufrufe einer Hilfeseite aus dem Forums-Cache auf. Erst als ich einen Blick auf diese URL warf, konnte ich das Tool entlarven. Mithilfe dieses Tools, das eine HTML-Oberfläche zur Manipulation des Webspace zur Verfügung stellt, konnte Eddy nun per WebFTP seine manipulierten Startseiten in die Hauptverzeichnisse der Domains ablegen. Freundlicherweise legte er dabei lediglich neue “index.html”-Dateien ab und ließ die vorhandenen “index.php”-Seiten unberührt. Mir kam zugute, dass die index.html Vorrang vor der index.php hat und ich ausschließlich index.php-Seiten verwende. So war es dann einfach für ihn, sein Defacement vorzunehmen, und einfach für mich, es wieder zu entfernen. Nur bei der alphanummerisch ersten Domain machte er sich die Mühe und ersetzte die index.php-Seite ebenfalls.

Nach jedem Ablegen der Index-Seite hat er seine Tat in der Defacement-Datenbank von zone-h eingetragen, welche daraufhin automatisiert mit einem Perl-Skript einen Abzug des Defacements machte und zum Datenbankeintrag der jeweiligen Domain hinterlegte. Die Defacements nahm er der Reihe nach vor und kontrollierte die Seite stets vorher und nachher, manchmal öffnete er zuvor noch ein, zwei Links der Sites.

Um 20:10:31 Uhr wurde die letzte Aktivität seiner IP-Adresse verzeichnet.

Ich vermute, Eddy ist entweder ein jordanisches Skriptkiddie, das nach offiziellen (Domain-Endung .org) Foren gesucht hat, welche USA-affin aussehen, um seinen Unmut über Islam-verachtende Politik zu äußern. Das Amerikanistik-Forum hat eine patriotisch wirkende Optik und deswegen seine Aufmerksamkeit erregt. Der Text seiner Seite legt eine entsprechende Ideologie nahe:

dENmARk !! YOU FUCKED UPPPPPPPP !!

LONG LIVE MUSLIMMMMMMMS AND SHo0tz DA BITCHES SERVERSSSSS DOWN !!

Oder es war ein Skriptkiddie (Kiddie wegen des verwendeten Leetspeak), das mir Glauben machen will, er käme aus Jordanien, und sendet lediglich Grüße an seine Kumpels nEt_dEvil, ReD DeVils CreW, Triad, OutLaW, BiyoSecurityTeaM und TheHacker. Mir fehlt noch ein aussagekräftigeres Ergebnis des IP-Trace, um das mit größerer Wahrscheinlichkeit sagen zu können.

Dass auch die anderen von mir verwalteten Domains in Mitleidenschaft gezogen wurden, war wohl nur ein Ausnutzen der Gelegenheit, weil Eddy eben auch auf diese Zugriff erlangte.

Zone-h gibt vor, mit ihrer Arbeit Druck auf Administratoren auszuüben, ihre verwendete Software stets aktuell zu halten, beziehungsweise die Softwarehersteller dazu zu bewegen, bekannte Sicherheitslücken ihrer Produkte schnellstens zu beheben. Ich glaube nicht so recht, dass zone-h mit ihrer Datenbank dieses Ziel erreicht, sondern befürchte, dass die zu einem Ranking für Skriptkiddies verkommt, die sich damit brüsten, möglichst viele Websites manipuliert zu haben. Das legt zum Beispiel auch diese Meldung nahe. Andererseits können sie so schöne Statistiken anfertigen und präsentieren (PDF).

Ich habe die Gelegenheit genutzt und diverse Skripte aktualisiert, einige veraltete Test-Sites gelöscht, und diverse Passwörter geändert. Ein großes Lob an den Support meines Hosting-Providers domain)factory – die wie immer sehr umfangreich und prompt auf meine Supportanfrage reagiert haben. Fein ist auch, dass ihre Hotline kostenlos erreichbar ist. Mal sehen, wann Invision auf meinen Hinweis bezüglich der Sicherheitslücke in der Suchfunktion der Forensoftware reagiert.*

An dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön an die Leute, die mich auf das Defacement hingewiesen haben – namentlich Juliane, Torsten, Rudi und Botsch, sowie Barbara und Eva im Forum. Ich habe die Mails und Anrufe gestern vormittag gelesen und gehört, war aber zu beschäftigt, um jedem einzelnen zu antworten. Und schön zu sehen, dass mein Blog auch regelmäßig besucht wird. :)

*Ergänzung: ich hab mich beim ersten Kontaktieren vertan und die Anfrage gar nicht abgeschickt. Beim zweiten Versuch hatte ich innerhalb von 6 Minuten die Antwort, dass die Sicherheitslücke bereits mit dem 8 Stunden vor dem Hack veröffentlichten Patch behoben wurde. Beim nächsten Mal muss ich also einfach schneller reagieren…


Mai 4 2006

Oh Browser, my Browser!

Gestern habe ich mal wieder einen Blick auf die offiziell gelisteten Firefox Extensions geworfen. Es waren einige Schmankerl dabei, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Deswegen stelle ich mal alle Extensions vor, die ich installiert habe.

Web Developer Toolbar
Die Toolbar ist unverzichtbar für jeden, der HTML-Seiten erstellt. Die Leiste bietet Funktionen für Cookie-, CSS-, Formular- und Bildelemente an, sowie viele weitere nützliche Features wie z.B. einen On-The-Fly-Editor, oder ein Tool zur Größenänderung des Browser-Fensters auf übliche Bildschirmgrößen.

ViewSourceWith
Ebenfalls nützlich für HTML-Seitengestalter ist die Möglichkeit, den bevorzugten Editor für die Quelltextansicht zu wählen. So muss man sich nicht an die Mozilla-Farbkodierung gewöhnen.

SwitchProxy Tool
Komfortables Umschalten der Proxy-Einstellungen. Besonders nützlich für mein Büro-Notebook, das ich auch zuhause ohne Proxy ans Netz hänge. Es gibt zwar Alternativen, aber bei FoxyProxy z.B. kann man keine Ausnahme-Listen pflegen – blöd.

BrowseAtWork
Unter anderem ein Anonymizer Proxy…

Tab Mix Plus
Macht das Tabbed Browsing noch komfortabler, mit vielen kleinen Detailverbesserungen.

IE Tab
Öffnet Tabs mit dem Internet Explorer als Browser-Engine und erleichtert so das Testen in den beiden populärsten Browsern.

Viamatic foXpose
Ein Icon in der Statusleiste, das bei Klick alle geöffneten Tabs auf einer Seite arrangiert.

Adblock
Blendet zuverlässig Werbung aus.

Adblock Filterset.G Updater
Aktualisiert die Filterlisten des Adblock regelmäßig.

DownloadThemAll!
Ein feiner Download Manager für Firefox. Nutze ich zum Herunterladen ganzer Websites, einer Sammlung Bilder in einem Verzeichnis, oder für große Dateien.

VideoDownloader
Erleichtert das Herunterladen von Videodateien der populärsten Video-Sites wie video.google.com, YouTube etc.

Dictionary Tooltip
Mit einem Tastenkürzel kann ich damit die Übersetzung eines Wortes in dict.leo.org nachschlagen.

Dictionary Search
Über das Kontextmenü eines markierten Wortes kann ich die Bedeutung nachschlagen.

CuteMenus – Crystal SVG
Fügt in alle Firefox-Menüs hübsche Icons ein.

RSS Ticker
Eine Tickerzeile, in der neue Blogeinträge meiner Lieblings-Blogs durchlaufen – oder Nachrichten. Erspart mir das “Durchsurfen” durch die Blogs, um herauszufinden, ob was neues geschrieben wurde.


Jan 7 2006

Tröpfchenweise schlauer

Gestern bin ich auf der verzweifelten Suche nach einem schlanken, modernen und flexiblen Content Management System (CMS; seht Euch nur mal die Liste der CMS Matrix an – wie soll man sich da entscheiden?) über einen Blogeintrag auf Drupal aufmerksam geworden. Es ist ein von holländischen Studenten entwickeltes, inzwischen recht verbreitetes Open Source-CMS, das populär wurde, weil u.a. Spread Firefox und The Onion es für ihre Websites einsetzen. Auch die Entwickler von Gallery, einer hervorragenden Galeriesoftware, die ich ebenfalls einsetze, nutzen Drupal für ihren Auftritt, und es hat sogar eigene Wikipedia-Einträge (deutsch | english).

Solch geballtes Vertrauen der Macher vielbesuchter Sites und die Popularität haben mich davon überzeugt, dass es kein schlechtes Stück Software sein kann und habe damit eine halb angefangene PostNuke-Einrichtung abgelöst, weil letztere einfach unerträglich kompliziert zu administrieren war. Drupal dagegen ist sehr schnell installiert (wenn auch mit manuellem Aufwand, keine Installationsroutine), hat sehr interessante Features wie z.B. ein Taxonomie-System zur Kategorisierung von Artikeln, und es existieren sehr viele brauchbare Module dafür. Diese T.-Systematik ist in der Praxis erstmal gewöhnungsbedürftig, aber sehr flexibel und dank der reichlich verfügbaren Hilfestellungen auch bald durchschaut. Ich habe in ca. drei Stunden eine komplette Website vorbereitet, also installiert und konfiguriert – bei PostNuke wurde ich in über acht Stunden nicht fertig.

Mein Blog wird weiterhin mit WordPress betrieben, aber für komplexere Aufgaben ist Drupal mein derzeitiges CMS der Wahl.


Nov 28 2005

Alien Attack

SETI-Anhänger der Welt: seid gewarnt! Womöglich wird euer PC bald zum Spam-Relay von Außerirdischen, so zumindest ein US-amerikanischer Wissenschaftler auf seiner Website.

Mehr Fakten zum Thema bei Telepolis.