Die Mafia regiert mit
Passend zum vorigen Eintrag: das SPON-Interview mit einem Mafia-Boss ließ mir kurz einen kalten Schauer den Rücken runterlaufen. Es ist gar nicht mal die Existenz der Mafia oder ihre Methoden als vielmehr die Selbstverständlichkeit, mit der über die Involvierung einiger unserer Politiker gesprochen wird. Vielleicht will sich der Capo nur wichtig machen, aber in Zeiten, in denen geklaute sensible Daten vermutlich wegen des großen Angebots nur noch für ‘n Appel und ‘n Ei verhökert werden können und ganz allgemein das Geldmachen um jeden Preis die erstrebenswerteste Tätigkeit zu sein scheint, ist das durchaus vorstellbar.
Ansonsten liest man nicht viel Neues: dass man die italienische Regierung als konkurrierende Organisation betrachtet, verwundert angesichts der Machenschaften Berlusconis nicht sonderlich. Dass die Moral eine große Rolle spielt, wusste man ebenfalls schon vorher. Letzteres spiegelt einfach ihr rechtskonservatives Denken wider, und ihren Anspruch, letztlich alle Lebensbereiche zu kontrollieren.
Leider habe ich die Sopranos nie verfolgt, daher kann ich nicht sagen, ob das für popkulturell Orientierte alles olle Kamellen sind, mich hats jedenfalls kurz zum Nachdenken angeregt, gerade auch im Hinblick auf die Diskussionen, die die Olympiade in Beijing ausgelöst haben.