Sep 27 2008

HTC Touch HD – more than a Dream

Derzeit gibt es ja viel Bewegung auf dem Smartphone-, besser dem PDA-Phone-Markt, oder einfach gesagt bei den Alleskönner-Handies. Da wäre das Samsung Omnia, das es seit kurzem zu kaufen gibt, das SonyEricsson Xperia X1, auf das man sich nur noch bis Oktober gedulden muss, der Touch Diamond von HTC, der wohl wegen des relativ günstigen Preises den WinMo-Markt absatzmäßig immer noch zu dominieren scheint, sowie dessen größerer Bruder, der Touch Pro, der mit Business-Features wie TV-Out und Tastatur aufwartet. Und seit dieser Woche weiß auch jeder vom „T-Mobile G1 with Google„, dem ersten Handy mit Googles Handy-Betriebssystem Android. Nur wenige Tage vorher hat der taiwanesische Hersteller HTC, der übrigens neben den eigenen Touch-Modellen sowohl das Xperia X1 als auch das G1 (Codename bis zur Vorstellung: HTC Dream, s. Titel) in seinen Fabrikhallen fertigt, noch schnell einen echten iPhone-Konkurrenten vorgestellt: den Touch HD. Es ist – neben dem seit Ewigkeiten angekündigten China-Klon Meizu M8 – das erste Gerät, das sich schon aufgrund seiner äußeren Erscheinung ganz klar gegen das iPhone positioniert, denn es ist exakt gleich groß und wird ebenfalls vom riesigen Display dominiert. Der große Unterschied findet sich im Betriebssystem, denn der Touch HD kommt mit Windows Mobile 6.1. Da letzteres kein Multitouch unterstützt, wurde auch von der Verwendung eines kapazitiven Displays abgesehen, was ebenfalls eine große Diskrepanz zum iPhone darstellt und Leute ohne Hautwiderstand jubeln lässt (im Urlaub hat mir ein Freund vorgeführt, dass er den iPod Touch deswegen nicht bedienen kann) . Und schließlich ist die Auflösung des Displays mit 800*480 Pixeln (WVGA) dreimal so hoch wie die des aktuell so begehrten Apple-Geräts, was eine detailreichere Darstellung ermöglicht.

Auch in den Details unterscheiden sich die Geräte deutlich, und zwar mit einem starken Übergewicht im Leistungsvergleich auf HTC-Seite – ich denke da an den Wechselakku, microSD-Slot, 5MP-Kamera mit Videofunktion, deutlich vielfältigere Bluetooth-Möglichkeiten, MMS-Funktion, Handschrifterkennung, und nicht zuletzt an die größere Flexibilität durch das immense Softwareangebot. Warum das iPhone trotzdem seinen Platz behaupten wird, liegt eben am Betriebssystem und dessen äußerst intuitiven und gut nutzbaren Bedienkonzept, das sich durch alle Apple-eigenen Anwendungen hindurchzieht, insbesondere dem Browser und dem iPod-MP3-Player, den Killerapplikationen, mit denen letztlich jeder iPhone-Besitzer seinen Kauf legitimiert. Es wurde von Grund auf neu entwickelt und auf das eine Gerät zugeschnitten, wohingegen die Basis für Windows Mobile schon viele Jahre alt ist und unterschiedlichste Hardwareausprägungen bedienen muss(te), ganz zu schweigen von der stiefmütterlichen Behandlung der Weiterentwicklung durch Microsoft, was zu gewissen ‚gestrigen‘ Einschränkungen führt, die wohl Gerüchten nach auch mit der derzeit für Ende 2009 angekündigten Nachfolgeversion 7 nicht alle ausgeräumt sein werden.
Da ich wie schon mal erwähnt ein jahrelanger WinMo-Nutzer bin, habe ich mit den Defiziten leben gelernt. Das Touch HD hat deswegen meine Aufmerksamkeit erregt. Nicht zuletzt, weil es ein HTC-Gerät ist, was bedeutet, dass es das von HTC entwickelte TouchFLO mitbringt, welches das Bedienkonzept der wichtigsten Basisanwendungen wie Telefon, Kontakte, Musikplayer, Fotoviewer und Programmstarter ausreichend auf die gerade so angesagte Fingerbedienung anpasst und in Verbindung mit dem aktuellen Opera 9.5 dem iPhone kaum mehr nachsteht.

Ich schreibe das alles, weil mein Handyvertrag zum Jahresanfang ausläuft und ich auf der Pirsch nach einem neuen PDA-Phone bin, das ich mir per Verlängerung oder Neuvertrag zulegen möchte, auch wenn mir der XDA Orbit 2 eigentlich gute Dienste leistet. Bisher war der XDA Diamond Pro (die O2-Version des Touch Pro) mein Favorit, da er eine gut funktionierende QWERTZ-Tastatur und ein VGA-Display bei handlicher Größe bietet – beides Features, die ich mir für mein nächstes Gerät gewünscht habe. Aber nach dem Betrachten der beiden ausführlichen Hands-On-Videos von Generation-PhoneHouse.fr (Englische Version auf YouTube) und dem Münchner Mobile-Tech-Blogger Arne Hess auf the::unwired habe ich einen neuen Favoriten und verzichte sogar auf die Hardware-Tastatur, die ich mir schon so lange wünsche. Jetzt heißt es also abwarten bis das Gerät im November – zunächst exklusiv und ungebranded bei O2 – erscheint. Es ist das erste HTC-Gerät, das O2 nicht zu einem XDA umdesignt, vermutlich, weil es so schneller auf den Markt gebracht werden kann.

Drückt mir die Daumen, dass ich nicht enttäuscht werde und ich das Gerät schon im November in Händen halten kann!

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Jul 10 2008

Tatsch-Kumpel

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass das umgangssprachliche „betatschen“ wohl vom englischen „to touch“ kommt? Jedenfalls nutze ich auf meinem PDA eine spezielle Software namens „TouchPal“ für die Eingabe von Buchstaben, Zahlen und Zeichen. Die Namensgebung soll darauf hinweisen, dass das Spezialgebiet die Eingabe per Finger ist. Von Haus aus unterstützt WinMo nämlich keine Fingereingabe, sondern ausschließlich das Schreiben mit einem Stift / Griffel, dafür aber in verschiedenen Ausführungen:

  • per Zeicheneingabe (nacheinander auf die gleiche Stelle Buchstaben schreiben)
  • per Schrifteingabe (einfach wie auf dem Papier schreiben)
  • per virtueller Tastatur (winzige Tastenbilder zum antippen)

Mit meinem o2 Xda orbit 2, welcher von HTC gefertigt wird, kam bereits eine von HTC entwickelte Alternative mit, die die Eingabe per Finger erlaubte, auf Handy-ähnlich mehrfach belegten, größeren Tastenbildern.
TouchPal geht in die selbe Richtung, zeichnet sich aber durch eine Menge Zusatzfeatures aus, von denen sich auch die iPhone-Eingabe noch ein Scheibchen abschneiden könnte. Vor kurzem wurde die Version 3.5 veröffentlicht, mit der es beispielsweise möglich ist, Wortvorschläge aus der Gesamtheit der installierten Sprachwörterbücher anzeigen zu lassen. Bei den vielen Anglizismen in meiner Kommunikation äußerst hilfreich. Auch die Eingabe der Umlaute ist schnell verstanden, eine Auswahl aller Varianten (z.B. für a das ä, á, à, â) erscheint bei längerem Druck auf den lateinischen Buchstaben. Um die Fläche der virtuellen Tasten zu vergrößern, vereint TouchPal jeweils zwei Buchstaben der QWERTY- bzw. QWERTZ-Tastatur (je nach gewählter Hauptsprache) auf einem Tastenfeld und wählt T9-ähnlich aus einem Wörterbuch die entsprechenden Alternativen aus. Es gibt sogar kontext-sensitive Wortvorschläge für das Folgewort.
Mit dieser Version hat TouchPal mich endgültig als Nutzer gewonnen, in erster Linie wegen der deutschen Eingabe auf einer englischen WinMo-Version, aber letztlich wegen der guten Handhabung. Ich liebäugle zwar immer noch mit einem Gerät mit Hardware-Tastatur wie z.B. das kommende HTC Touch Pro, aber ich würde jetzt auch darauf verzichten, wenn es entsprechende Alternativen gäbe. Das HTC Diamond ist übrigens keine, da ihm ein Speicherkartenslot fehlt.

Womit ich zu einer weiteren Schlussfolgerung gelange: auch mein nächstes Handy wird kein iPhone sein. Einschränkungen wie das vergleichsweise karge Softwareangebot, der fehlende Speicherkartenslot, der fest eingebaute Akku (trotz starkem Stromverbrauch bei UMTS-Nutzung) und die beschränkten Beschaffungsmöglichkeiten (Vertragsbindung an T-Mobile oder debitel) möchte ich nicht hinnehmen, ganz zu schweigen von so grundlegenden Defiziten wie die fehlende Cut&Paste-Funktion.

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