Jan 25 2010

Sinneswandel: Umstieg auf das Google Phone

Jetzt habe ich es also doch getan: nach Wochen und Monaten der Suche nach einem Nachfolger für meinen im Grunde guten HTC Touch HD, habe ich nach kurzem Intermezzo mit dem zwar sehr schönen, aber leider etwas großen und unzulänglich funktionierenden HTC HD2 den Umstieg zu Android gewagt.
Angesichts der Investitionen, die ich in der Windows Mobile-Welt tätigte, fiel mir die Entscheidung nicht leicht, aber das Google Phone hat mich letztlich mit dem handlichen Formfaktor, der schnellen CPU und der neuesten Android-Version überzeugt. Ich gebe zu, der geschickt lancierte Hype durch die Verteilung des ‚Nexus One‘ genannten Geräts an Google-Mitarbeiter, hat sein Scherflein dazu beigetragen.

Ganz so martialisch lief mein Unboxing dann doch nicht ab…

Und was soll ich sagen: ich bereue den Umstieg kein bißchen! Die Bedienung gefällt durch ihre Einheitlichkeit – die nicht ganz so strikt ist wie beim iPhone, aber intuitiv genug, dass man mit jedem Programm auf Anhieb zurechtkommt. Der Android Market (das Pendant zum Apple AppStore) ist als zentrale Anlaufstelle für Software-Downloads eine Wohltat nach den WM-Qualen. Durch die vielen innovativen Apps hat man wieder das Gefühl, direkt an den Neuentwicklungen in der mobilen Welt teilzuhaben. Und das Angebot ist reichhaltig, so dass ich nahezu alles, was ich auf dem Windows Mobile-Handy liebgewonnen hatte, durch zumeist kostenlose Alternativen ersetzen konnte. Überzeugend ist auch, dass ich endlich von Haus aus alle meine Google-Kalender griffparat habe und parallel mehrere GMail-Accounts (privat, beruflich, ehrenamtlich) verwalten kann.

Ganz so intensiv hat sich mein Leben dann doch nicht geändert…

Zum Gerät selbst: der Bildschirm ist einen Tick kleiner als beim Touch HD, dafür leuchtet er brilliant dank AMOLED-Technik, die auf Hintergrundbeleuchtung verzichten kann (schwarz ist dadurch wirklich schwarz). Die Kamera hat einen für Smartphones schnellen und gut funktionierenden Autofokus, löst mit 5 Megapixeln auf und wird von einer Blitz-LED unterstützt. Videos werden in digitaler NTSC-Qualität (720*480) aufgezeichnet und sehen daher auch auf dem Fernseher ausgegeben ansehnlich aus.

Funk- und sensortechnisch ist alles an Bord, was das Geek heutzutage so braucht: GPS mit schnellem Positions-Fix, ein Kompass für Augmented Reality-Anwendungen, WLAN mit 802.11n-Unterstützung, UMTS mit HSDPA/HSUPA, und Bewegungs- und Helligkeits- und Annäherungssensoren. Sogar ein zweites Mikrofon für die Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen beim Telefonieren ist an Bord, angeblich auch noch ein FM Radio und ein FM-Transmitter – mangels Softwareunterstützung sind letztere aber noch nicht nutzbar. Die Akkulaufzeit gefällt mir: mit drei Push-Mail-Accounts, ständig eingeschaltetem WLAN-Empfänger und meiner üblichen Nutzung komme ich gut durch den Tag und habe Reserven, die fast für einen zweiten Tag reichen. Das entspricht meiner Gewohnheit vom HD, allerdings mit dem Unterschied, dass ich früher das WLAN nicht angeschaltet hatte. Jetzt genieße ich also den großen Vorteil, trotz erhöhtem Datenaufkommen weiterhin mit dem 200MB-Datenpaket von O2 auszukommen. Mehr Datenvolumen fällt übrigens an, weil nun alle Programme eben direkt über das Mobilgerät heruntergeladen werden und nicht mehr über den Umweg PC, und weil das Internetbrowsen selbst in der Volldarstellung so angenehm schnell ist, dass man nicht mehr unbedingt auf abgespeckte, für Handies optimierte Pendants zurückgreift. Die Synchronisation mit dem Picasa-Webaccount tut ihr übriges.

Bestellt habe ich das Gerät bei Google selbst. Da es offiziell noch nicht nach Deutschland verkauft wird, war dazu etwas Trickserei mit US-Proxy für die Bestellmöglichkeit auf der Google-Website und UK-Postfach für die Versandadresse nötig, aber heutzutage ist ja nichts mehr unmöglich.

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