Sinneswandel: Umstieg auf das Google Phone

Jetzt habe ich es also doch getan: nach Wochen und Monaten der Suche nach einem Nachfolger für meinen im Grunde guten HTC Touch HD, habe ich nach kurzem Intermezzo mit dem zwar sehr schönen, aber leider etwas großen und unzulänglich funktionierenden HTC HD2 den Umstieg zu Android gewagt.
Angesichts der Investitionen, die ich in der Windows Mobile-Welt tätigte, fiel mir die Entscheidung nicht leicht, aber das Google Phone hat mich letztlich mit dem handlichen Formfaktor, der schnellen CPU und der neuesten Android-Version überzeugt. Ich gebe zu, der geschickt lancierte Hype durch die Verteilung des ‚Nexus One‘ genannten Geräts an Google-Mitarbeiter, hat sein Scherflein dazu beigetragen.

Ganz so martialisch lief mein Unboxing dann doch nicht ab…

Und was soll ich sagen: ich bereue den Umstieg kein bißchen! Die Bedienung gefällt durch ihre Einheitlichkeit – die nicht ganz so strikt ist wie beim iPhone, aber intuitiv genug, dass man mit jedem Programm auf Anhieb zurechtkommt. Der Android Market (das Pendant zum Apple AppStore) ist als zentrale Anlaufstelle für Software-Downloads eine Wohltat nach den WM-Qualen. Durch die vielen innovativen Apps hat man wieder das Gefühl, direkt an den Neuentwicklungen in der mobilen Welt teilzuhaben. Und das Angebot ist reichhaltig, so dass ich nahezu alles, was ich auf dem Windows Mobile-Handy liebgewonnen hatte, durch zumeist kostenlose Alternativen ersetzen konnte. Überzeugend ist auch, dass ich endlich von Haus aus alle meine Google-Kalender griffparat habe und parallel mehrere GMail-Accounts (privat, beruflich, ehrenamtlich) verwalten kann.

Ganz so intensiv hat sich mein Leben dann doch nicht geändert…

Zum Gerät selbst: der Bildschirm ist einen Tick kleiner als beim Touch HD, dafür leuchtet er brilliant dank AMOLED-Technik, die auf Hintergrundbeleuchtung verzichten kann (schwarz ist dadurch wirklich schwarz). Die Kamera hat einen für Smartphones schnellen und gut funktionierenden Autofokus, löst mit 5 Megapixeln auf und wird von einer Blitz-LED unterstützt. Videos werden in digitaler NTSC-Qualität (720*480) aufgezeichnet und sehen daher auch auf dem Fernseher ausgegeben ansehnlich aus.

Funk- und sensortechnisch ist alles an Bord, was das Geek heutzutage so braucht: GPS mit schnellem Positions-Fix, ein Kompass für Augmented Reality-Anwendungen, WLAN mit 802.11n-Unterstützung, UMTS mit HSDPA/HSUPA, und Bewegungs- und Helligkeits- und Annäherungssensoren. Sogar ein zweites Mikrofon für die Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen beim Telefonieren ist an Bord, angeblich auch noch ein FM Radio und ein FM-Transmitter – mangels Softwareunterstützung sind letztere aber noch nicht nutzbar. Die Akkulaufzeit gefällt mir: mit drei Push-Mail-Accounts, ständig eingeschaltetem WLAN-Empfänger und meiner üblichen Nutzung komme ich gut durch den Tag und habe Reserven, die fast für einen zweiten Tag reichen. Das entspricht meiner Gewohnheit vom HD, allerdings mit dem Unterschied, dass ich früher das WLAN nicht angeschaltet hatte. Jetzt genieße ich also den großen Vorteil, trotz erhöhtem Datenaufkommen weiterhin mit dem 200MB-Datenpaket von O2 auszukommen. Mehr Datenvolumen fällt übrigens an, weil nun alle Programme eben direkt über das Mobilgerät heruntergeladen werden und nicht mehr über den Umweg PC, und weil das Internetbrowsen selbst in der Volldarstellung so angenehm schnell ist, dass man nicht mehr unbedingt auf abgespeckte, für Handies optimierte Pendants zurückgreift. Die Synchronisation mit dem Picasa-Webaccount tut ihr übriges.

Bestellt habe ich das Gerät bei Google selbst. Da es offiziell noch nicht nach Deutschland verkauft wird, war dazu etwas Trickserei mit US-Proxy für die Bestellmöglichkeit auf der Google-Website und UK-Postfach für die Versandadresse nötig, aber heutzutage ist ja nichts mehr unmöglich.

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4 Responses to “Sinneswandel: Umstieg auf das Google Phone”

  • Andreas Says:

    Hat das Nexus jetzt doch 802.11n? Ich dachte, die Info war nur ein Hoax und es bietet auch nur 802.11b/g.

  • Flycs Says:

    Mangels Gegenstelle konnte ich es selbst noch nicht verifizieren, aber es gibt Berichte, dass n-Router eine Verbindung mit 65MBit/s melden. Ansonsten scheint die Hardware es zu können (der HD2 kanns übrigens nach einem Registryeintrag auch), der Treiber evtl. noch nicht in vollem Umfang.

  • cohu Says:

    Waaaaaas, so kurz vor WM7 desertierst Du…?! Hast Du’s nicht mehr ausgehalten? Mein hauseigener Microsoft-Jünger ist ja fest davon überzeugt, dass GANZ BALD alles gut wird bei Windows Mobile – spätestens im Februar – oder Juni – also so gegen Ende des Jahres…vielleicht. ;-)

    Habe gestern mal mit dem Google Phone gespielt, aber ich kann mich einfach nicht an diese Touch-Geräte gewöhnen. Wenn’s für mein Snap mal einigermaßen passable Apps gäbe, wäre ich damit wirklich schon sehr zufrieden…

  • Flycs Says:

    Ja, ich gebe zu, dass ich trotz viel Überzeugungsarbeit und Fahnentreue, die ich für WM geleistet habe, jetzt das sinkende Schiff verlasse.

    Sinkend, weil die populären Apps immer seltener oder später auch nach WM portiert werden – ich mag nicht mehr neidisch auf die ganzen tollen Apps schielen, die es auf den anderen Plattformen gibt. Doodle Jump! für WM? Fehlanzeige. Was bringt mir ein Handy mit jedem Schnickschnack (G-Sensor, Kompass, GPS), wenn es keine unterhaltsame App dafür gibt?!
    Allein die Google-Palette finde ich klasse: Goggles, Places Directory, Sky Map, Listen – um nur die Favoriten zu nennen. Gibts halt alles nur für Android.

    Als Trost: Android und WM haben immerhin das Feindbild gemein… ;-) Und wer weiß – wenn WM7 doch eine Revolution wird, ist das Nexus One ja auch schon wieder ein Jahr im Gebrauch und kann guten Gewissens abgelöst werden.

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