Bike-O-Mat

Vergangenen Sonntag war es also soweit: der Firmen-Triathlon (drei Disziplinen per Kollegen-Staffel) stand an und ich habe mein erstes Radrennen überhaupt absolviert. Dank der großzügigen Leihgabe eines Freunds hatte ich sogar ein richtig schickes Gerät unterm Hintern – ein zwar schon etwas älteres Modell, dennoch ein toller Hingucker, denn den – vermutlich handlackierten – Colnago-Carbon-Rahmen sieht man nicht so häufig. Bei Google konnte ich nicht einmal ein Bild davon finden. Es ist mit hochwertigen Campagnolo-Komponenten ausgestattet, bei denen die Schalthebel im Bremshebel integriert sind – diesen Luxus will ich mir auch unbedingt gönnen, sollte ich mir mal ein eigenes Rennrad besorgen.

Ein weiterer Teil meiner Ausstattung, den ich erwähnen möchte, ist das Trikot, das ich für unser Team designt habe. Ich habe dafür das Open Source-Vektorgrafik-Programm Inkscape verwendet und die Grafiken bei Shirtinator zum Druck gegeben. Bisher habe ich selbstgemachte Shirts über Spreadshirt fertigen lassen, aber dort gibt es kein Funktionsshirt, das man mit Digitaldruck bedrucken lassen kann. Shirtinator hat einwandfreie Ware abgeliefert, der Bestellvorgang war online beobachtbar und die Firma sitzt in München, drei Gründe, meine nächste Bestellung wieder dort zu machen. Schade ist nur, dass das Funktionsshirt zum Rennradeln nicht geeignet ist – es ist recht weit geschnitten.

Das Rennen selbst verlief ruhig, was daran lag, dass ich relativ lange alleine unterwegs war – mein Teamkollege beim Schwimmen hat sich leider nicht ausreichend aufgewärmt, ist nicht in seinen Rhythmus gekommen und daher erst am Ende des Felds aus dem Wasser gestiegen. Ich konnte ohne einen Windschattenpartner nicht auf die Gruppen vor mir aufschließen und musste mich von einem zurückgefallenen Radler zum nächsten hangeln. Auch die Gegenwindpassagen waren dadurch sehr anstrengend und haben mich weiter zurückgeworfen. Dennoch bin ich stolz, die 40 Kilometer in einer Stunde und sechzehneinhalb Minuten absolviert zu haben, was deutlich unter der von mir erhofften 1:20er Zeit war. Ich konnte so immerhin 15 Plätze gutmachen. Trotzdem hat es nicht gereicht, um uns in der Wertung noch auf einen mittleren Platz zu bugsieren – wir sind nur 117. von 148 Teams geworden, in der reinen Männerwertung sogar nur 74. von 84. Viel Steigerungspotential für nächstes Jahr…

Nach dem Rennen habe ich aber gleich gemerkt, dass es mit meiner Kondition nicht weit her ist: ich habe bestimmt 10 Minuten gebraucht, bis sich Puls und Atmung wieder auf eine normale Frequenz eingependelt haben. Zuvor hatte ich mein Herz so bei 170 bis 175 Schlägen pro Minute arbeiten lassen, bei Überholvorgängen und den Versuchen, an eine überholende Gruppe aufzuschließen, bis auf über 190, sprich bis zum Maximalmpuls. Und bis heute mittag hatte ich noch eine Muskelverhärtung in den Waden, ein deutliches Zeichen für die Überlastung.

Das Dahinrollen im Wettkampf mit Ideallinie und Windschatten suchen war sehr reizvoll, hat mich ein wenig an meine alte Computerspiel-Leidenschaft ‚Live For Speed‘ erinnert und mein Interesse am Rennradeln geweckt. Erstmal werde ich mich aber mit Touren auf meinem Fitnessbike begnügen müssen, ein sinnvolles Budget fürs Rennrad fehlt mir noch.

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