Schöne Aussicht

Seit vergangener Woche beschäftige ich mich in der knappen freien Zeit mit der Installation von Windows Vista auf meinem Gaming PC, der mangels Spielgelegenheit zum Familien-Computer degradiert wurde. Das ist auch keine dumme Idee, schließlich ist der bisher dafür eingesetzte AMD Athlon XP mit AGP-Grafik nicht gerade stromsparend, der Spielerechner dagegen schon – was paradox klingt, aber mit dem grünen Trend der Industrie begründbar ist. Gemessen habe ich es zugegebenermaßen noch nicht, aber es spricht so vieles mehr für diesen Schritt, dass ich auf diesen Nachweis verzichte.

Gewartet habe ich glaube ich lange genug mit dem Umstieg, nämlich bis zum Erscheinen des ersten Service Packs samt Nachbesserungsfrist. Ich habe mich für die mittlere Variante „Home Premium“ entschieden, die alle Multimedia-, aber im Gegensatz zur vollständigeren „Ultimate Edition“ weniger Netzwerk-Funktionen enthält, was für den Hausgebrauch dennoch ausreichend sein sollte. Und dank der neuen Upgrade-Politik von Microsoft habe ich ja jederzeit die Möglichkeit, auf die größere Version aufzurüsten, sollte ich den Bedarf dafür haben.
Außerdem fiel die Wahl auf die 32-Bit-Version, einfach weil ich noch keinen Bedarf für die 64-Bit-Version habe und potentiellen Problemen durch Inkompatibilitäten aus dem Weg gehen will.

Die Installation ging dann auch problemlos vonstatten und die Softwarebasis mit allen Treibern und Tools war noch am selben Abend aufgespielt. Der PC wird von meiner Freundin und mir gemeinsam genutzt, was schon mit Windows XP und den Benutzerprofilen sehr gut funktioniert hat. Diesmal wollte ich noch konsequenter die von Windows zur Verfügung gestellte Struktur nutzen und habe die beiden Profile als Standardbenutzer angelegt und nicht mehr mit Administratorrechten. Bisher haben sich dadurch noch keine Probleme ergeben, kein Programm benötigt Adminrechte zur Ausführung. Natürlich ist das neue User Access Control gewöhnungsbedürftig, vor allem das doppelte Bestätigen mutet lästig an, ich habe aber schon so oft verärgerte Kommentare darüber gelesen, dass es mir gar nicht mehr so wild vorkam, schließlich geht es um mehr Sicherheit. Schwieriger fällt es mir da, mich an die neue Ordnerstruktur mit den vielen Verknüpfungen zu gewöhnen – warum gibt es jetzt einen verknüpften und einen echten Ordner „Programme“? Und heißt der nicht eigentlich „Program Files“? Aufgrund dieser ganzen Sprachverwirrung, die Folge der flexiblen Sprachunterstützung von Vista Ultimate sind, würde ich am liebsten auf ein englisches Filesystem mit deutscher GUI umsteigen, der Aufwand für so eine Anpassung ist mir aber zu groß. Vielleicht kommt ja mal ein entsprechendes Tool raus.

Die Datenmigration ist nicht ganz einfach gewesen – ich wollte die Daten direkt über die GBit-Anschlüsse transferieren, musste dazu einige Hürden der Windows Dateifreigabe im Netz ohne Domänencontroller überwinden. Letztlich hats mit dem alten Trick geklappt – einem Administrator-Account, der auf beiden PCs das gleiche Passwort hat. Die Windows-Standardfreigaben für jedes Laufwerk (z.B. „\\pcname\C$“ für Laufwerk C:) sind dann wirklich praktisch.
Die 500GB-Festplatte habe ich der Einfachheit halber nicht partitioniert, zur Datensicherung kommt das bewährte Acronis TrueImage zum Einsatz, das die User-Verzeichnisse regelmäßig auf eine zweite Festplatte sichert. Dort liegt auch ein Abbild der Basisinstallation. In unregelmäßigen Abständen werden die Sicherungen noch auf eine externe Festplatte kopiert, damit halte ich meine Daten für ausreichend gesichert. Vielleicht folgt irgendwann noch die Sicherung auf einen Webstorage, um eine für den Privatgebrauch sinnvolle, vollständige Absicherung zu erlangen.

Die Oberfläche hat sich nicht bahnbrechend geändert, alle Einstellungen konnte ich ohne langes Suchen wiederfinden. Ich habe ein wenig den Eindruck, die Auflösung meines Displays wird sinnvoller ausgenutzt, was wahrscheinlich an den größeren Icons und Fensterrahmen liegt: das Ganze ist jetzt irgendwie augenschonender. Cleartype funktioniert gut, die Animationseffekte sind nett, mehr aber auch nicht. Darum ging es mir auch nicht, ich wollte nur mit der Zeit gehen und der steigenden Zahl von Vista-Rechnern im von mir betreuten Umfeld Rechnung tragen.

Bisher habe ich den Umstieg noch nicht bereut, alles funktioniert wie erwartet und schön flott. Mit einer Einschränkung: für meine Maus MX-500 will Logitech unverschämterweise keinen Vista-Treiber mehr schreiben, so dass ich die Zusatzknöpfe nicht mehr nutzen kann, außer ich installiere die alte XP-Mouseware im Kompatibilitätsmodus. Das muss ich mir noch überlegen. Ich will mir eigentlich keine neue Maus kaufen müssen, soo alt ist sie nun wirklich nicht, ich glaube, sie hat sogar noch Restgarantie.

Für den Fall, dass ich doch nochmal zu einer Spielerunde dazustoßen kann, bleibt eine alte Festplatte mit Windows XP eingebaut, die bei Bedarf angesteckt wird. Vielleicht mache ich da auch noch eine zweite Partition mit einer schlanken Vista-Installation drauf. Muss mich mal informieren, ob das lizenztechnisch erlaubt ist.

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