Netzmeisterei

Dank dem im letzten Jahr eingeführten Elterngeld leiste ich mir derzeit den Luxus, zwei Monate nicht zur Arbeit zu gehen, sondern intensiv Zeit mit meinem Sohn zu verbringen. Da der aber immer noch etwa 13 Stunden am Tag schläft, habe ich hie und da ein paar freie Minuten, in denen ich mich endlich mal wieder den von mir freundschaftlich betreuten Internetauftritten widmen kann.

Just in dieser Zeit wurde leider die Homepage der Fachschaft Amerikanistik von einer Trackback-Spamwelle hinfortgespült: mein Provider hat zuerst kurzfristig den Datenbankzugriff verhindert und schließlich meinen Account wegen Überlastung „strafversetzt“, weshalb ich die Website erstmal offline genommen habe, bis sich die Fachschaft bei mir meldet, um Alternativen zu überlegen – falls überhaupt gewünscht. Mit der kommerziellen Forensoftware IP.Board geht es jedenfalls nicht weiter, solange die jährlichen Lizenzkosten nicht gezahlt werden und ich daher keine Sicherheitspatches mehr beziehen darf. Es gibt zum Glück kostenfreie, ganz brauchbare Alternativen, vor allem das Simple Machines Forum gefällt mir sehr gut. Ich kenne es schon über ein Jahr von meinem virtuellen Stammtisch bei Hell Is Other People.

Auch eine andere Website, die ich betreut habe, wurde heute zu Grabe getragen: 1-800-splattertainment.org hat seine Inhalte aus dem Netz genommen und harrt der Domainfreigabe. Die Leser müssen nun zwar auf die kürzesten Filmkritiken, die ich je gelesen habe, verzichten, aber Rudolf Inderst führt derweil ein eigenes Blog, neben seinen Veröffentlichungen beim Filmspiegel. Mal sehen, ob die anderen Autoren es ihm gleichtun.

In Zusammenhang mit den massiven Zugriffen auf amerikanistik.org sind mir die Logfiles des Webservers eingefallen, die ich seit Jahren brav sammle. Ich habe noch keine gute Auswert-Software für diese Logfiles ausfindig gemacht und mir heute einen kurzen Überblick über freie Analysetools verschafft. Da ich mit dem heillos veralteten Webalyzer, der mir von meinem Hoster angeboten wird, so gar nicht zufrieden bin, werde ich nun AWStats ausprobieren, das mir sehr brauchbar erscheint. Wohlgemerkt geht es um die Auswertung von Logfiles, für Live-Statistiken und dergleichen gibt es neben Google Analytics andere gute Lösungen wie beispielsweise chCounter, welches man selbst hostet.

Und schließlich suche ich derzeit auch nach einem guten Redaktionssystem (CMS) für kleinere Projekte in der Familie. Voraussetzungen: natürlich muss es bei meinem Hoster laufen können (PHP, Perl, Python, Ruby, MySQL), ich muss mich schnell einarbeiten können, einige sinnvolle Features wie Rechteverwaltung, SEO-Optimierungen und Security-Features sollten an Bord oder leicht nachrüstbar sein, es sollten barrierefreie Seiten möglich sein, und kostenlos sollte es sein.
Bisher habe ich erste Erfahrungen mit dem vielgelobten Drupal gesammelt (unter anderem bei 1-800-splattertainment), es ist mir aber zu ‚anders‘ in der Bedienung – zumindest in der Version 4, weiter bin ich noch nicht gekommen. Das liegt wohl an der Ausrichtung am Taxonomie-System, was sicherlich zeitgemäß ist, mir aber doch sehr viel Umgewöhnung abverlangt.
Daher habe ich mich weiter umgesehen und bin recht häufig auf ein relativ neues Projekt namens TYPOlight gestoßen. Es ist anders als man erwarten würde keine abgespeckte Version des übermächtigen Typo3, sondern ein eigenständiges, leicht zu installierendes, leicht zu begreifendes und dennoch gut ausgestattetes Content Management System des deutschen Entwicklers Leo Feyer. Das Backend ist geradlinig, die Rechteverwaltung sehr detailliert, die Anleitung verständlich. Mein erster Eindruck ist durchweg positiv, ich werde das anstehende Projekt mal damit umsetzen und sehen, ob sich das bestätigt.
Bei der Suche bin ich auch auf andere Systeme gestoßen, die eine Erwähnung wert sind: CMS Made Simple, CMSimple, MODx, Der Dirigent und e107 können sich ebenfalls sehen lassen.

So, jetzt gehts wieder zurück zum Tüfteln und Basteln.

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