„Konsolenkrieg“

Heute führe ich eine neue Kategorie hier im Blog ein: unter „Konsolenkrieg“ möchte ich nicht nur vom Wettstreit verschiedener Konsolenhersteller berichten, der manch kuriose Blüten treibt – siehe die PlayStation 3-Aktion in Berlin, bei der man eine PlayStation 3 (PS3) geschenkt bekam, wenn man seine XBox 360 öffentlich zerstörte – sondern auch von meinem persönlichen „Kampf“ mit der Konsolenwelt. Denn trotz jahrelanger Resistenz gegen reine Spiel-Computer, die ich mit konsequenter Aufrüstung meines PCs und der damit verbundenen Mühsal bezahlte, beherberge ich inzwischen eine PlayStation 2 (PS2), eine PlayStation Portable (PSP) und neuerdings auch eine alte XBox.

Während die PS2 dem reinen Spielzweck hauptsächlich für kleinere „Parties“ dient, und den dank so gelungener Spiele wie SingStar und Buzz auch hervorragend erfüllt, wird von der PSP und der Xbox ein ganz anderer Spieltrieb befriedigt: ihre Vielseitigkeit und die ausgezeichneten Communities bieten die ideale Basis, um sie zu richtigen Multitalenten umzufunktionieren. Beide Geräte werden so zum stationären (XBox) bzw. mobilen (PSP) MediaCenter, wie ich mir das schon länger wünsche, nämlich zu einem vergleichsweise vernünftigen Preis.

Was ich dazu alles unternehme, möchte ich in dieser Rubrik kontinuierlich festhalten.

[Dieser Versuch ist kläglich gescheitert, nach nur einem Artikel wurde die Kategorie am 27.1.2009 eingestampft.]

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2 Responses to “„Konsolenkrieg“”

  • Rudolf Inderst Says:

    Natürlich eine sehr famose Kategorie! Als Konsolenspieler der (fast) ersten Stunde interessant. Meine PSP ist so gut wie immer im Virtua Tennis-Fieber, wobei die Konkurrenz in Form von Mario Kart auf dem NDS auch nie schläft. In Sachen Partyspaß hat momentan klar die XBOX die Nase vorn, weil 4 Leute gleichzeitig bei MASH randürfen, während Sony knausrig der PS2 nur 2 Ports spendierte, da ist ja sogar der Cube weiter! Schon vor der XBOX 360 Elite gehört – black ist beautiful (120 GB und HDMI-Schnittstelle auch!). Die PSP soll übrigens überarbeitet werden. Well, ich denke, meine nächste Konsole wird die 360 werden. Prosch hat ja nun auch eine und online schießt es sich zünftig.

    Gruß, Rudolf

  • Rudolf Inderst Says:

    Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Ausblick auf digitale Konsolen-Unterhaltung 2008
    (von Rudolf Inderst)

    Unter PC- und Videospielhändlern macht immer noch eine urban legend die Runde, die nur allzu gerne mit einem Schmunzeln (und diesem seltsamen Strahlen in den Augen) weiter erzählt wird. 1993, so heißt es dann, kamen die Kunden massenweise in die Laden gestürmt und verlangten wörtlich: „Einmal ‚Rebel Assault’ und ein CD-Rom dazu, bitte.“ Der Weltraumshooter, der im „Star Wars“-Universum angesiedelt war, wies die Eigenheit auf, ausschließlich auf Spiele-CDs erhältlich zu sein. Der Sprung auf das Trägermedium CD-Rom ermöglichte es, gerenderte Zwischensequenzen und Realfilm-Szenen in das Spiel hinein zu packen, was für offene Münder bei den Spielern sorgte.
    Warum dies in einer Einleitung zu einem Text auftaucht, der sich mit einem Ausblick für die digitale Spieleindustrie 2008 beschäftigt? Nun, weil man wetten möchte, dass sich die Damen und Herren bei Sony genau diese Wiederholung der Geschichte in ihren kühnen Managementträumen für ihre Konsole, der PlayStation 3, wünschen. Und somit bestätigt sich auch das Gerücht, dass gute Ausblicke natürlich nicht ohne Rückblicke auskommen können. Wie war das also 2007 mit dieser erfolgsverwöhnten Stute namens Spielemarkt?
    Für Microsoft etwa, deren Flagschiff Xbox 360 im Herbst 2007 ihren zweiten Geburtstag feiern durfte, war das zurück liegende Jahr ein janusköpfiges. Während im Frühjahr noch alle (Spiele-)welt in einer Mischung aus Häme und Verärgerung über einen Hardwaredefekt, der liebevoll-prosaisch „Ring of Death“ getauft wurde, weil er einen Kreis von roten Lichtern auf den Konsolenaktivierungsknopf zauberte, sprach, und Microsoft daraufhin nicht umhin kam, die Garantiedauer ob der Konsolenausfallquote von bis zu 50% wesentlich zu verlängern, waren schon im Spätsommer Groll und Spott fast komplett verschwunden, als immer deutlich wurde, welch’ famosen Spieletitel auf die Konsole ab Herbst 2007 zurollen. Und diese rosigen Aussichten sollten sich bewahrheiten. Den Anfang machte „Halo 3“ – innerhalb von 24 Stunden generierte der Titel 170 Millionen US-Dollar Umsatz in Nordamerika und stellte somit nicht weniger als den erfolgreichsten Verkaufsstart eines Videospiels überhaupt dar. Und man legte nach: „Bioshock“, im Herzen ein klassischer First Person Shooter, überzeugte durch sein dystopisches Artwork- Setting und sorgte für klappernde Zähne weltweit. Um das Jahr episch abzurunden, lassen nun zur Winterszeit viele Spieler das großartige „Mass Effect“ in ihren Konsolen kreisen, welches ein hervorragendes Action-Rollenspiel darstellt.
    Um die Brücke nun aber ins Jahr 2008 zu schlagen, kann Microsofts Konkurrent Sony näher in Augenschein genommen werden. Am 23.März 2007 kam die PlayStation 3 für 599 € auf den deutschen Markt und war dann erstmal der … äh, der… genau, der billigste Blu-ray Disc Player auf dem Markt. Wem das nicht genügte, hatte eine schwere Zeit vor sich. Aufgrund der schwachen Verkaufszahlen entschied sich Sony, die Unterstützung der PlayStation 2 auf keinen Fall einzustellen, denn diese verkauft sich weiterhin enorm gut. Zwar konnten unter anderen die beiden exklusiven Starttitel „MotorStorm“ und „Resistance: Fall of Men“ durchaus überzeugen, aber die Softwaresituation ist bis heute als „schwierig“ einzustufen.
    Obwohl es Lichtblicke wie „Uncharted: Drake’s Fortune“, „“Warhawk“, „Folklore“ oder „Heavenly Sword“ gab, erschienen Multiplattformspiele später als für die Xbox 360, und unerklärlicherweise waren sie dann oftmals auch noch technisch unsauberer, wie zum Beispiel im Falle von „Assassin’s Creed“. Daher stehen alle Zeichen auf 2008 – neues Jahr, neues Glück. Und tatsächlich könnten dem geneigten Spieler, nachdem zum Weihnachtsgeschäft immerhin schon einmal die Preise der Hardware kräftig gesenkt wurden, einige Titel ins Haus stehen, die einen Kauf der Konsole (auch vor der Freundin) rechtfertigen. So steht ein neuer epischer Rollenspielvertreter mit „Final Fantasy XIII“ in den Startlöchern, Putziges gibt es bei „Little Big Planet“. Der geneigte Akademiker schmunzelt dezent bei der Escher- Hommage „Echochrome“; Actionfreunde werden sich auf eine Rückkehr des legendären Snake in „Metal Gear Solid 4“ oder „Killzone 2“ freuen, während Gruselliebhaber nur hoffen können, dass es „Resident Evil 5“ noch 2008 in die Läden schafft. Das kommende Jahr wird auch zeigen, was die Überarbeitung der portablen Sony Spielkonsole PSP bringt – mit Sicherheit wird wohl weiter daran gearbeitet werden, eine noch bessere und funktionalere Vernetzung von PSP und PlayStation 3 anzustreben, aber auch den PlayStation Store auszubauen. Rollenspieler werden sich übrigens über die Ankündigung von Sega freuen, ein „Phantasy Star Portable“ auf den Markt zu bringen, während „God of War: Chains of Olympus“ ebenfalls zu den meisterwarteten Titeln des kommenden PSP-Jahres zählen dürfte. Was den Onlinebereich bei Sony betrifft, könnte 2008 ebenfalls ein interessantes Jahr werden. Endlich könnte es nämlich so weit sein! DIE geheime Killerapplikation – „Home“! Neidisch blicken viele Sonyjünger auf den recht gut ausgebauten Online-Service „Xbox Live“ von Microsoft, allerdings könnte „Home“ tatsächlich den Konkurrenten in den Schatten stellen und eine neue Form der Online-Community schaffen, die es in dieser Form noch nicht auf Konsolen gab. Auch wenn Sony sich vehement gegen den Vergleich mit „Second Life“ wehrt, kann „Home“ die Gemeinsamkeiten nicht verleugnen. PS3-Spieler werden in „Home“ kostenfrei mit ihren Avataren in Grenzen Leben und Alltag simulieren können. Der Schub, den „Home“ für das Sony „Waffeleisen“ (abschätzige PlayStation 3-Beschreibung der Xbox 360 Fanboys; Sony-Euphoristen kontern übrigens mit „Wasserkocher“) auslösen könnte, darf nicht unterschätzt werden – das Schlüsseljahr kann kommen!
    Doch halt! Nur grobschlächtige Autoren vergäßen den dritten großen Player im Team der digitalen Unterhaltung – Nintendo. Zu Beginn: Prahlen nach Zahlen! Folgt man den Aussagen und Zahlen von DFC Intelligence, ist der Nintendo DS auf dem besten Weg, die erfolgreichste Videospielkonsolen der letzten fünf Jahre zu werden. Nintendo-Firmenpräsident Saturo Iwata gab kürzlich bekannt, 2008 würden neue Funktionen für den Nintendo DS-Handheld vorgestellt. Diese sollen allerdings eher „praktischer Natur“ sein. Es wird sich dabei wohl um einen Service namens „DSvision“ handeln. Dieser Dienst soll es ermöglichen, sich via Download vom PC Filme, Ebooks, TV-Shows und Comics herunter zu laden. Spieler im eigentlichen Wortsinn werden sich bestimmt auch weiterhin nicht den Gehirn- und Gedächtnistrainern dieser Welt erwehren können, oder sie warten einfach auf „Final Fantasy VII: Revenant Wings“. Über schlechte Wortspiele bezüglich des Nintendo Wii wird 2008 auch keiner mehr lachen. Nintendos Konsole ist seit August 2007 Marktführer, auch ohne High-End Technologie und das nach nur zehn Monaten Marktexistenz. Dem japanischen Traditionsunternehmen gelang es recht gut, den Schritt zu vollziehen, den auch Sony mit seinen „EyeToy“, „SingStar“ und „Guitar Hero“-Serien anpeilt: Neue Zielgruppen erschließen. Nintendo gelang dies besonders durch den Kniff, die Steuerungsgeräte recht barrierefrei zu halten wunderbar. Diese erinnern in ihrer Einfachheit an Fernbedienungen und lassen Gelegenheitsspieler, aber auch erklärte Nicht-Spieler angstfrei zugreifen. Gleichzeitig bewiesen die Joypads jedoch ihre Vollwertigkeit für core gamer bei Spitzentiteln wie „Metroid Prime 3: Corruption“, „Resident Evil 4“, „Super Mario Galaxy“ oder „The Legend of Zelda: Twilight Princess“. Für 2008 existieren Pläne, die Wii einer Generalüberholung in Richtung Multimedia zu unterziehen, besonderes Augenmerk wird dabei wohl auf einen künftigen DVD-Einsatz gelegt. Nintendos absolutes Wii-Erfolgsmodell, nämlich die „Virtual Console“ wird auch im kommenden Jahr weiter gestärkt und ausgebaut werden. Die Möglichkeit, alte Videospieltitel von verschiedenen Systemen, auf seiner Wii kompakt zu sammeln, löste eine neue Jägermentalität aus. Neuster Zuwachs ist das Spieleportfolio der ehemaligen Luxuskonsole „NeoGeo“. Insgesamt handelt es sich, etwas euphorisch gesprochen, um eine win/win-Situation für europäische Spieler. Nintendo verdient kräftig an der „Virtual Console“, und die Spieler bekommen Kindheitserinnerungen zurück oder haben zum ersten Mal die Chance, Hand an Spiele zu legen, die niemals auf dem europäischen Markt veröffentlicht wurden.
    Insgesamt erwartet Entwickler und Publisher sowie Spieler und Presse vielleicht kein Jahr des mannshohen Überraschungen und Hardwarerevolutionen, aber zweifellos wird der Kampf um Märkte, vor allem Online-Märkte, an Härte und Entschlossenheit zunehmen. Dem Konsumenten kann das allerdings nur recht sein. Auch die Rückkehr alter Bekannter wird Thema sein: Onlinesucht und Gewaltdebatte ahoi! In diesem Sinn: Auf ein spannendes Videospieljahr 2008!

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