Was ich am PC so mache – Teil 1

Ich fange mal an, etwas über meine Steckenpferde zu erzählen. Heute: eine Einführung ins Virtual Racing, oder für Normalsterbliche (= non-geeks): Rennspiele spielen.

Vielleicht habt Ihr schon den Link auf der linken Seite zu „Live For Speed“ entdeckt. LFS (nicht zu verwechseln mit Need For Speed!) ist eine Rennsimulation, die derzeit in der Version 0.3 („S1“) Rennen mit Straßenfahrzeugen gegen andere Racer (= Spieler) erlaubt. Der große Unterschied zu Titeln wie Need For Speed ist, dass LFS (und andere Rennsimulationen, allen voran Grand Prix Legends und GTR) seinen Schwerpunkt auf eine möglichst wirklichkeitsgetreue Wiedergabe des Fahrverhaltens gesetzt hat.

Es gibt einige Besonderheiten bei LFS, die es zu meiner derzeit favorisierten Rennsimulation machen (überspringt diese Aufzählung, wenn Ihr nur lose Interesse am Thema habt ;-) ) :

  • An der Entwicklung des Spiels sind lediglich drei Personen beteiligt: ein Programmierer (Scawen Roberts), ein Grafiker (Eric Bailey), sowie ein Webdesigner und „Komponist“ (Victor van Vlaardingen). Die drei haben sich das Ziel gesetzt, die beste Simulation für Online Racing (= zu mehreren über das Internet gegeneinander ein Rennspiel spielen) zu entwickeln.
  • Da das Team so klein ist, zieht sich die Entwicklung über Jahre hin. Weil es aber auch ein Vollzeitjob ist, haben sich die drei ein Finanzierungsmodell ausgedacht: bis zur ersten Vollversion 1.0 veröffentlichen sie zwei Vorabversionen S1 und S2, die so stabil laufen, dass man dafür Geld verlangen kann. Vom endgültigen Preis wird dabei jeweils ein Drittel verlangt.
  • Die Entwickler haben sich dafür entschieden, völlig unabhängig von einem Publisher zu bleiben (vgl. wirkliche Independent Bands in der Musikindustrie). Um Kosten zu sparen wird das Spiel deswegen ausschließlich über das Internet vertrieben. Dadurch hat es aber auch den (völlig unberechtigten) Touch eines „Billigspiels“, welches sich daher auch noch nicht stark verbreitet hat. Folge: es gibt eine relativ überschaubare Community von Spielern, die sich stark engagiert und viele schöne Rennevents ermöglicht.
  • Das Spiel wird explizit mit dem Fokus ‚Online Racing‘ entwickelt, was auch seine große Stärke ist. Keine andere Simulation ermöglicht so einfach so enge Zweikämpfe, weitgehend ohne die bei anderen Titeln üblichen Probleme, wenn sich die Fahrzeuge sehr nahe kommen.
  • Das andere Hauptaugenmerk ist der Simulationsteil an sich. Die Emulation des physikalischen Verhaltens der Fahrzeuge ist sehr nahe an der Realität, was bei entsprechender Hardware-Ausstattung (u.a. ein Lenkrad mit Force Feedback, also eines, das mithilfe eines Motors die Krafteinwirkung der Räder auf die Lenkung simuliert) ein halbwegs realistisches Fahrgefühl vermittelt.
  • Obwohl die Entwickler (wiederum aus Kostengründen) auf eine Lizensierung real exisiterender Strecken und Fahrzeuge verzichten und diese für die Simulation selbst erfunden haben, ist die Wiedergabe so überzeugend, dass es sich genausogut um nachgemachte Rennstrecken und Autos handeln könnte. Für mich völlig ausreichend.
  • Ein ausgeklügeltes Protokollsystem ermöglicht ausführliche Statistiken über Rundenbestzeiten, Rennverläufe und -ergebnisse. Damit lassen sich auf einfache Weise die Fähigkeiten der Mitspieler einschätzen und mit den eigenen vergleichen. Zusätzlich entsteht durch eine weltweite Rangliste ein zusätzlicher Anreiz, seine Fertigkeiten zu verbessern.
  • Die nächste verkaufsfähige Vorversion „S2“ steht in den Startlöchern. Es wurde bereits eine Testversion veröffentlicht, die andeutet, dass eine Menge Verbesserungen und Neuerungen kommen werden, welche das Spiel noch näher an das aus dem Fernsehen bekannte Renngeschehen bringen.

Mich fasziniert jedenfalls der Realitätsgrad von Live For Speed, der nach meiner Einschätzung auf dem aktuellen Stand der Technik im Heimbereich ist. Besonders reizen mich die spannenden Rennen gegen andere Mitspieler auf der ganzen Welt, mit denen man buchstäblich Stoßstange an Stoßstange um die Positionen kämpft. In keinem anderen Spiel – egal welchen Genres – konnte ich so problemlos ebenbürtige Gegner finden, mit denen ich mir faire und harte Rennen liefern kann. Gleichzeitig ist die Community so überschaubar und vernünftig, dass man relativ problemlos mit den besten Fahrern in Kontakt kommt und sich z.B. wertvolle Tipps zu Fahrweise und Einstellungen besorgen kann.
Im Hinblick auf diesen Spielspaß kann ich auch gut und gerne auf Fahrzeuge und Strecken aus der Realität, einen perfekten Motorensound, sowie auf eine einfache Menüführung verzichten, die einzigen Mankos, die dem Spiel in der aktuellen Version regelmäßig vorgehalten werden – neben der mäßigen Unterstützung alternativer Steuerungsmöglichkeiten: ohne Lenkrad ist man nur mir besonders viel Übung in der Lage, sich ein halbwegs konkurrenzfähiges Niveau zu erarbeiten.

Links zum Thema:
Offizielle Homepage des Spiels
Meine Statistik
Größte deutsche Community bei 4players.de

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One Response to “Was ich am PC so mache – Teil 1”

  • Bike-O-Mat | Flycs' World Says:

    […] im Wettkampf mit Ideallinie und Windschatten suchen war sehr reizvoll, hat mich ein wenig an meine alte Computerspiel-Leidenschaft ‘Live For Speed’ erinnert und mein Interesse am Rennradeln geweckt. Erstmal werde ich […]

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